Roubini: Breakup of the Eurozone within 3 years?

Im folgenden Video, das am 14. November auf Roubini’s site EconoMonitor publiziert wurde, spricht Nouriel Roubini, wohl einer der besten Analytiker der Stock- und Flow-Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone, über die wahrscheinliche weitere Entwicklung.

http://www.reuters.com/resources_v2/flash/video_embed.swf?videoId=224655061&edition=BETAUS

Wer das Auseinanderbrechen der Eurozone verhindern will, wird eine Lösung für die existierenden Ungleichgewichte finden müssen.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Krise des Kapitalismus, Public Debt

2 Antworten zu “Roubini: Breakup of the Eurozone within 3 years?

  1. Alfred Felsberger

    Hallo Gerold,

    Nichts zeigt deutlicher die Borniertheit des politischen Sektors als die aktuelle Diskussion über Eurobonds. Die Annahme einer gegenseitigen Haftung ist zutiefst weltfremd. Den Investoren soll ein geteilter Markt zugemutet werden: hier die alten Staatsanleihen, dort die Eurobonds und womöglich noch differenziert nach Ausstattung der Haftung.

    Mit derartigen Methoden Vertrauen schaffen zu wollen, erinnert an das Verhalten eines Arztes, der durch das Verschreiben unzähliger Rezepte den Patienten beruhigen will. Der Kranke wird d’rauf pfeifen, denn was er will, ist: ein Medikament. Und zwar das Richtige. Dieses Medikament will die deutsche Politik den Investoren aber partout nicht verabreichen.

    Es steht völlig ausser Frage, dass nur ein Mittel den Markt drehen kann: die Bereitstellung unbegrenzter Liquidität durch die EZB. Das heisst: Das bedingungslose Aufkaufen der europäischen Staatsanleihen am Sekundärmarkt, sobald eine vorab definierte Rendite überschritten wird. Die alte Weisheit der Investoren sich niemals gegen die Notenbank zu stellen, würde die Herde in die andere Richtung treiben.

    Die alles entscheidende Frage ist daher: Weshalb sperrt sich die deutsche Politik gegen dieses notwendige Rezept? Warum weigert sie sich, der EZB die Tür zum „Lender of Last Resort“ zu öffnen, um dem Auftrag einer krisenadäquaten Geldproduktion nachzukommen? Warum weist sie alle historischen Erfahrungswerte, von der Deflationsspirale der frühen 30er-Jahre bis zum expansiven Krisenmanagment der FED, von sich?

    Man kann darüber nur spekulieren: Ist es der unverschämte Versuch Macht auf Kosten Dritter zu gewinnen? Ist es die bürgerliche Borniertheit, die Rechnung eines Dritten auf keinen Fall bezahlen zu wollen? Oder gar die Angst vor Hyperinflation, so unberechtigt sie ist? Die Antwort wird, so viel steht fest, der Markt geben: Er wird die deutsche Politik solange unter Druck setzen, bis sie kapituliert, bis sie die Geldschleusen der EZB öffnet.

    Alfred

    • Alfred,

      die deutsche Politik will den Druck des Marktes für fiskale Disziplin in der Eurozone nutzen und versteht offenbar nicht, dass dies in eine Rezession der Eurozone und Depression in einzelnen Staaten führt.
      Ausserdem scheint keinerlei Bewußtsein dafür vorhanden zu sein, dass ein strukturelles Schuldenproblem in einem zumindest nominal wachsenden System lösbar sein kann, in einem schrumpfenden System hingegen tendenziell unlösbar wird.

      Inzwischen nehmen der Druck des Marktes und Liquiditätsprobleme für Staaten und Banken der Eurozone zu, und das Image des macht-expansiven Deutschen wird aus der historischen Mottenkiste hervorgeholt.

      Man kann gespannt sein, wie dieses Match weitergeht. In den 1930-er Jahren führten vergleichbare Ungleichgewichte zwischen den Goldstandard-Staaten zum Austritt aus dem Währungsverbund, häufig nach Austerity-Politik, hoher Arbeitslosigkeit, und Deflation.

      Ein Unterschied zur Krise der Eurozone: es gab damals die nationalen Währungen noch, und so war es möglich, direkt gegen einzelne Währungen im Währungsverbund zu spekulieren (siehe z.B. die Sterlingkrise 1931). Auch der Austritt war einfacher, da nur die fixe Konvertibilität zu Gold beendet werden musste.

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