Archiv der Kategorie: Wirtschaftswachstum

KPI Meditation (2) – Der fiskalische Multiplikator als Grenzgänger zwischen Religion und Wissenschaft

Dies ist der zweite Teil einiger kleiner Meditationen über wirtschaftliche Key Performance Indicators (KPIs) – Kennzahlen, an denen sich Politik orientiert oder orientieren sollte. Teil 1 zur Arbeitseinkommensquote – eine Kennzahl, die mehr Beachtung verdient, findet sich hier.

Begriff und Entstehung

Der fiskalische Multiplikator gibt – vereinfacht gesprochen – an, wie sich eine veränderte Fiskalpolitik auf die Wirtschaftsleistung (GDP: Gross Domestic Product) auswirkt. Eingeführt von Richard F. Kahn und diskutiert von J0hn Maynard Keynes im 10. Kapitel seines einflussreichen Werkes ‚The General Theory of Employment, Interest and Money‘, ist der fiskalische Multiplikator seit dem Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.

John Maynard Keynes

John Maynard Keynes

Aktuelle Bedeutung

Für die Eurozone wird mit Hilfe des fiskalischen Multiplikators von internationalen und nationalen Institutionen vorausgesagt, wie sich Budgetkonsolidierungen auf das GDP auswirken.

An einem Beispiel:
Konsolidiert Spanien sein Budget durch Steuererhöhungen oder Reduktion von Staatsausgaben um 2% des GDP und beträgt der fiskalische Multiplikator 0.5, dann bewirkt dies eine Reduktion des GDP um 1%. Beträgt der fiskalische Multiplikator hingegen 1.5, dann reduziert sich das GDP um 3%. Auch negative Multiplikatoren sind denkbar: die Wirtschaftsleistung würde demnach dann steigen, wenn der Staat spart. Dieser Glaube wird vom Keynesianer Paul Krugman gerne als ‚Confidence Fairy‘ – die gute Fee der Zuversicht – bezeichnet.

Aus dem fiskalischen Multiplikator werden weitere wichtige Indikatoren abgeleitet: Prognosen zum Verhältnis von Staatsschuld zu Wirtschaftsleistung (Debt-to-GDP Ratio) sowie zur Zunahme oder Abnahme der Arbeitslosigkeit. Verschätzt man sich und ist der Multiplikator bei Konsolidierungen höher als gedacht, ergeben sich unangenehme Konsequenzen: das GDP sinkt stärker als geplant, die Debt-to-GDP Ratio könnte sich verschlechtern statt verbessern, und zahlreiche Menschen werden zusätzlich der Arbeitslosigkeit preisgegeben.

Eine fröhliche Wissenschaft

Die für die Eurozone wichtigsten Prophezeihungen stammen von den Sehern und Seherinnen des Internationalen Währungsfonds (IMF – International Monetary Fund)  und der EU-Kommission. Sie bedienen sich für ihre Orakel einer Glaskugel namens Makroökonomie. Allerdings behaupten sie, dass es sich nicht um eine Glaskugel, sondern um Wissenschaft handelt. Es hat jedoch den Anschein, als seien ihre Gedanken bisher nur die Schatten ihrer Empfindungen gewesen.

Nun, Physiker pflegen einigermaßen einig darüber zu sein, dass ein mit 70 km/h vorwärts fahrendes Auto in einer Stunde etwa 70 km in Fahrtrichtung zurückgelegt haben wird. Anders  jedoch Ökonomen, wenn sie ihre seltsamen Fachdiskussionen über den fiskalischen Multiplikator führen: sie wären in unserem Beispiel  nicht einmal darüber einig, in welche Richtung die Reise geht. Konservative Ökonomen meinten etwa zu Obamas expansivem Fiskalpaket Anfang 2009, dass kein positiver Einfluss auf GDP und Arbeitslosigkeit zu erwarten sei. Zusätzliche Staatsausgaben würden in der Hauptsache private Ausgaben verdrängen, und Haushalte würden in der Erwartung von Steuererhöhungen unverzüglich zu sparen beginnen, da sich ja der Staat das zusätzlich ausgegebene Geld umgehend zurückholen müsse.

Umso erstaunlicher liest sich daher die Selbst- und Fremdkritik des Internationalen Währungsfond (IMF) in seinem im Oktober erschienenen World Economic Outlook  ( Seite 41 ff):

„Are We Underestimating Short-Term Fiscal Multipliers?
… The main finding, based on data for 28 economies, is that the multipliers used in generating growth forecasts have been systematically too low since the start of the Great Recession, by 0.4 to 1.2, depending on the forecast source and the specifics of the estimation approach. Informal evidence suggests that the multipliers implicitly used to generate these forecasts are about 0.5. So actual multipliers may be higher, in the range of 0.9 to 1.7.“

Ist der Multiplikator größer als 1, dann handelt es sich bei restriktiver Budgetpolitik um einen Schuss, der nach hinten losgeht. Nun, was sagt die Empirie – wie war es denn tatsächlich, z.B. zwischen 2009 und 2011 in jenen Eurozone-Staaten, bei denen es zu einer nennenswerten fiskalischen Konsolidierung (mehr als 0.5% des GDP) kam? Da der IMF in seinem dicken Werk mit dünner, aber immerhin existenter Selbstkritik das Ausmaß der fiskalischen Konsolidierung nicht wirklich klar darstellt, verwenden wir als bestverfügbare Annäherung die Berechnungen von Jean-Michel Six und Sophie Tahiri von Standards & Poors.

Fiskalischer Multiplikator 2009-2011 für ausgewählte Eurozone-Staaten (Six & Tahiri, 25.9.2012)

Staaten Fiskalische
Konsolidierung
(% des GDP)
Reduktion der Wirtschaftsleistung
(% des GDP)
Fiskalischer
Multiplikator
Griechenland 11.9 18.1 1.5
Portugal 7.3 4.8 0.7
Irland 4.1 13.5 3.3
Spanien 3.4 7.1 2.1
Frankreich 1.5 1.5 1.0
Italien 0.7 0.9 1.3
Durchschnitt 4.8 7.7 1.6

Für Eurozone-Staaten mit fiskalischem Konsolidierungsbedarf > 0.5 % lag also der durchschnittliche fiskalische Multiplikator bei etwa 1.6.

Wachstumsprognosen der Troika und Realität

Wir werfen noch einen kurzen Blick auf die bisherigen Wachstumsprognosen der Troika, mit anerkennender Erwähnung von Jesse Frederik von ‚Follow the Money‘. Die folgende von ihm erstellte Grafik zeigt übersichtlich die Troika-Prognosen zum griechischen Wirtschaftswachstum und vergleicht sie mit der tatsächlichen Entwicklung – ein Leckerbissen für alle Freunde der Visualisierung.

Troika GDP Prognose 2007-2012Quelle: Follow the Money, Datum: 13.11.2012

Troika GDP Prognose 2007-2012
Quelle: Follow the Money, Datum: 13.11.2012

Es fällt auf, dass bei aufeinanderfolgenden Voraussagen die Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Erholung zunimmt. Je weniger sich also der alte Glaube erfüllte, desto stärker wurde an ihm festgehalten – dies nur als bescheidener Hinweis für Religions-Soziologen.

Schlussfolgerungen und Ausblick

  • Der desaströse Zustand der Mainstream-Makroökonomie führte zu einer gewaltigen Unterschätzung der fiskalischen Multiplikatoren für Eurozone-Staaten mit fiskalischem Konsolidierungsbedarf.
  • Daraus ergab sich eine wesentlich höhere reale Wirtschaftsschrumpfung (Priester der Ökonomen-Kaste ziehen den Begriff ’negatives Wachstum‘ vor) und Arbeitslosigkeit als angenommen. Auch die Debt-to-GDP Ratio konnte nicht wie vorgesehen verbessert werden.
  • Es entsteht ein erhöhter Finanzierungsbedarf für Eurozone-Problemstaaten.
  • Eine zuverlässige fiskalische Stabilisierungspolitik ist in weite Ferne gerückt, wie am ‚Frontrunner‘ Griechenland erkennbar. Die gegenwärtige Fiskalpolitik der Eurozone ist als erfolglos zu qualifizieren und dabei, jegliches Vertrauen zu verspielen.
  • Eine offene Diskussion alternativer Lösungsansätze ist dringend geboten.

Eine separate Aufgabenstellung wäre eine erkenntnistheoretisch orientierte Kritik der bisherigen ökonomischen Wissenschaft und ihrer Methoden, am Beispiel des fiskalischen Multiplikators. Ein guter Philosoph hätte seinen Spaß daran.

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Mit der Reduzierung der Staatsschuld schrumpft auch das Vermögen !

Wenn man das Gemurkse, das tagtägliche Entstehen krauser Ideen in den Köpfen der europäischen Politik beobachtet, fällt einem ganz spontan Karl Marx ein: „Was beweist die Geschichte der Ideen anders, als daß die geistige Produktion sich mit der materiellen umgestaltet?“ Ja, es hat sich etwas geändert im institutionellen Rahmen der europäischen Geldproduktion, das so verrückten Ideen wie „Haushaltsdisziplin“ und „Schuldenbremse“ Tür und Tor öffnet. Wir müssen in einer Zeit der materiellen Verwirrung leben, die mit der Fehlkonstruktion des eigenen Geldsystems über die Köpfe der Verantwortlichen hinweg Wahnsinnstaten produziert.

Denn was besagt die Idee einer „Schuldenbremse“ anderes als dass die Zahl der Staatspapiere reduziert werden soll? Dass also das, was als Grundlage für sicheren Kredit im gesamten Geldsystem diente, direkt und indirekt gekürzt werden soll? Dass das geschöpfte Geld unmittelbar über die Reduzierung der Staatsschuld und mittelbar über die Reduzierung der kredittauglichen Papiere restringiert werden soll? Dass also der Vermehrung der Zahl, dem Wesen des ganzen Akkumulationsprozesses, eine Grenze gezogen werden soll? Es ist als ob man sich seinen eigenen Tod, die Reduzierung der weissen Blutkörperchen, wünscht.

Seit jeher arbeitet Kapitalismus über die schleichende Ausdehnung der Zahl, was die Vermögen der Menschen mehrt. Nichts anderes besagt Akkumulation als dass sich das Zahlengerüst wie ein Baum nach oben reckt bis es durch die Krise gestürzt wird. Das Auftürmen von Kreditgeld und seine nachfolgende Implosion ist das Wesen des gesamtes Prozesses, in dem sich Zivilisation, die Entwicklung von Technik und Wissen, vollzieht. Doch noch nie hat sich eine Gesellschaft ihr eigenes Ende gewünscht, stets hat sie Regeln und Verhalten produziert, das dem eigenen Gedeihen dienlich ist. Die eigene Existenz ist die Messlatte allen Tuns.

Muss man tatsächlich Marxist sein um das zu begreifen? Muss ein Marxist die Liberalen und Konservativen lehren, dass die Reduktion der Kreditgeldmenge Stockung der Akkumulation bedeutet? Dass mit der Reduzierung der Staatsschuld das Gesamtprodukt und auch das Vermögen der Menschen schrumpft? Müssen die Kritiker die Rolle wechseln und in das Gewand der Apologeten schlüpfen? Verkehrte Welt! Man könnte sich dem Genuss der Selbstzerfleischung hingeben und das Ende des Prozesses herbeisehnen. Doch der intellektuelle Gehalt, die mangelnde Tiefe der Argumente, spornt jeden Modernen, auch einen Kritiker an, dagegenzuhalten.

Schon lange hat die Vorstellung des „Gesundschrumpfens“, der Reduktion der ökonomischen Aktivität durch Schrumpfung der Geldmenge in den Köpfen der Liberalen Hochkonjunktur, aber erst unter dem Regime der gemeinsamen Währung wird es zu einer fanatischen Idee, der auch Konservative begeistert folgen. Denn nichts anderes bedeutet der Euro als dass sich jeder einzelne Staat dem Diktat der Notenbank unterwirft. Er darf sich nicht über die Notenbank finanzieren und jedes Vergehen wird als Regelverstoss geahndet. Nur unter diesem Regelwerk ist der Staat in der Pflicht sein Budget und sich selbst zu schrumpfen anstatt sich der Geldvermehrung zu bedienen.

Man muss dankbar sein, dass die Fanatiker an die Grenzen der Wirklichkeit stossen. Wann immer sie ihr Regelwerk verschärfen und den Staaten noch mehr Disziplin auferlegen, also die Schrumpfung der Zahl durch Sparen oder Schuldenschnitt verlangen, reagieren die Märkte mit Panik. Sie erzwingen eine Reaktion im gegenteiligen Sinne, eine Lockerung der Geldpolitik, eine versteckte oder offene Finanzierung der Staaten durch die EZB. Ja, meine Herren, die Kritiker stehen nun auf der Seite der Märkte, hören auf ihren Pulsschlag, während ihr die kranken Ideen pflegt! Noch erzwingt die ökonomische Wirklichkeit Vernunft.

Materie und Idee stehen in einem bemerkenswerten Verhältnis zueinander. Einerseits ist es das Eurosystem selbst, das die Idee der Schuldenbremse produziert, weil kein Staat für den anderen über die gemeinsame Notenbank haften, weil jeder für sich kalkulieren will. Das lässt die Notenbank in Inaktivität erstarren, zumindest in Bezug auf die Finanzierung der Staaten. Andererseits ist es die verrückte Idee selbst, die die ökonomische Aktivität nach unten schraubt und die Krise virulent werden lässt. Das Ergebnis ist, was wir tagtäglich erleben: Die Notenbank handelt, obwohl sie eigentlich gar nicht handeln will.

Man muss kein Prophet sein, um den Sieg der Vernunft, sprich: der Wirklichkeit, vorherzusagen. In letzter Instanz wird sich das Eurosystem zertrümmern oder den Weg der Integration beschreiten, sodass der Staat wieder über der Notenbank zu stehen kommt und ihm der Weg der Selbstfinanzierung nicht weiter versperrt bleibt. Aber bis dahin hat die Idee unendlich viel Leiden produziert, Vermögensverlust und Arbeitslosigkeit, und die Wirklichkeit vielleicht in einer Art verändert, die uns allen nicht angenehm sein wird. Den Fanatikern muss man vorwerfen, dass sie von dem Zusammenspiel der Kräfte nichts verstanden haben.

Längst haben wir den Punkt erreicht, wo die Märkte aufatmen, wenn sie in den Genuss pragmatischer Geldpolitik kommen und sich zu Tode erschrecken, wenn die radikalen Stimmen laut werden. Das hindert die Sparfanatiker jedoch nicht auch die Wirklichkeit noch uminterpretieren zu wollen, die Beruhigung der Märkte auf ihre Fahnen zu schreiben, wo doch jedes Kind begreift, dass die Dinge umgekehrt liegen. Zu lernen ist ein Verfahren, das Gläubigen fremd ist. Eher noch werden sie im Sinne der Notwendigkeit handeln und trotzdem das Gegenteil behaupten. Ich befürchte: damit werden wir leben müssen.

PS: Dem aufmerksamen Leser ist natürlich nicht entgangen, dass das Marxsche Zitat vollständig heißt: „Was beweist die Geschichte der Ideen anders, als daß die geistige Produktion sich mit der materiellen umgestaltet? Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.“ (Manifest der kommunistischen Partei, MEW 4, S. 480, 1848). So weit möchte ich nicht gehen. In keinem Hirn einer Klasse können die verrückten Ideen der Sparsamkeit geboren worden sein. Gerade wir Kritiker müssen mit gutem Beispiel voran gehen und: lernen.

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Eine alternative Vision für die Krise der Eurozone

Wir freuen uns, den nachfolgenden Aufruf für eine andere Politik zur Überwindung der Krise in der Eurozone hier veröffentlichen zu können. Der ursprüngliche Text findet sich im empfehlenswerten Blog Naked Keynesianism – die Redaktion.

An Alternative Vision for the Eurozone Crisis

The Eurozone crisis has been reduced, according to the mainstream diagnosis, to a fiscal crisis caused by excessive public spending and a competitiveness gap between North and South. The mainstream solution is to close this gap by means of ‘expansionary fiscal austerity’ and wage reductions. This has been admitted even by the IMF to be a dead end.

In our opinion the root of the Euro crisis lies in both the inadequate institutional set up of the Eurozone, which lacks a genuine lender of last resort and sufficiently coordinated fiscal and wage policies, and on an over-liquid and under-regulated international financial market that was more than happy to finance any imbalance – no matter how unsustainable it was.

What we had in Continental Europe were mutually dependent models of growth. The mercantilist export-led growth of the North could not have been sustained without a (remarkably easy-to-finance) debt-driven model in the South, accumulating trade deficits and private and public debt. In the aftermath of the financial crisis, the private debt was turned into sovereign debt. The Irish case is an extreme example of this process. The ensuing austerity policies enforced upon the governments increased unemployment to a socially unacceptable level. If continued these policies will lead to a prolonged depression and even more social unrest.

European institutions were and still are not able to deal with such structural imbalances in an adequate way. Mass unemployment and social deprivation resulting from austerity policies is threatening the survival of democracy in the European Union.

Alternative perspectives
On the basis of our diagnosis we are convinced that Europe should reverse the current austerity policy regime. This would require profound institutional and policy change.

In terms of monetary policy, we believe that ECB should act as a credible lender of last resort to relieve the sovereign debt crisis. Strict regulation of financial markets is a further step, and it is necessary to separate investment banking from commercial banking.

In terms of fiscal policy, the link between the ECB and fiscal conditionality should be fundamentally changed. Monetary policy should support and accommodate progressive fiscal rules aiming at employment creation and growth. Budget deficits can only be consolidated in a growing economy.

These growth stimulating policies are consistent with the desired long run stabilization of debt-to-GDP ratios. In the present situation of mass unemployment, these policies do not carry a significant risk of inflation.

We also believe that the adjustment has to be supported by stimulation of consumption via higher wages starting from the core surplus countries (like Germany) where wage restraint policies have considerably contributed to the growing income inequalities and current account imbalances in the Eurozone.

If the German finance minister believes in what he said, that no country can live forever beyond its means, then it must also be clear that no country can live indefinitely below its means. This implies that the change in the wage policy in Germany has to be an important part of the solution.

Mutual prosperity of the Eurozone countries and their citizens through demand expansion, rather than demand contraction through fiscal consolidation for the benefit of high finance, must be recognized as the imperative for the political viability of the Euro project. We must have the intellectual honesty and courage to act accordingly.

Signed by

—-

Amit Bhaduri
Jawaharlal Nehru University, New Delhi, India

Thomas Boylan
National University of Ireland, Galway, Ireland

Sergio Cesaratto
Università degli studi, Siena, Italy

Nadia Garbellini
Università degli Studi di Pavia, Italy

Torsten Niechoj
Rhine-Waal University of Applied Sciences, Kamp-Lintfort, Germany

Gabriel Palma
University of Cambridge, UK

Srinivas Raghavendra
National University of Ireland, Galway, Ireland

Rune Skarstein
Norwegian University of Science and Technology, Norway

Herbert Walther
Vienna University of Economics and Business, Austria

Ariel L. Wirkierman
Università Cattolica di Milano, Italy

Kazimierz Laski
University of Linz, Austria

Corresponding author: Srinivas Raghavendra (s.raghav@nuigalway.ie)

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KPI Meditation (1) – Die Arbeitseinkommensquote

Mit diesem Posting übernehmen wir das in der Unternehmenswelt so beliebte Konzept des Key Performance Indicator, um über die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise nachzudenken.

In der deutschen Wikipedia findet sich zur holprig-deutschen Übersetzung ‚Leistungskennzahl‘ keine Eintragung. Zu ‚Key Performance Indicator‘ hingegen wird erläutert:

„Der Begriff Key Performance Indicator (KPI) bzw. Leistungskennzahl bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre Kennzahlen, anhand derer der Fortschritt oder der Erfüllungsgrad hinsichtlich wichtiger Zielsetzungen oder kritischer Erfolgsfaktoren innerhalb einer Organisation gemessen und/oder ermittelt werden kann (siehe auch Betriebswirtschaftliche Kennzahl).“

Die Arbeitseinkommensquote gilt als grober, aber zuverlässiger KPI für die funktionale Verteilung des Einkommens zwischen Profiten und Arbeitseinkommen. Sie ist der Anteil des Arbeitsentgelts (Arbeitnehmerentgelt + kalkulatorischer Unternehmerlohn) am Volkseinkommen und wird durch Verschiebungen im Verhältnis von abhängig zu selbstständig Erwerbstätigen kaum beeinflusst. Üblicherweise wird das Brutto-Arbeitsentgelt (vor Sozialversicherungsabgaben und Lohnsteuer) verwendet.

Engelbert Stockhammer

Engelbert Stockhammer

Stockhammer bringt in seiner aktuellen Studie ‚Rising Inequality as a Root Cause of the Present Crisis‘ den Rückgang der Arbeitseinkommensquote (adjusted wage share) als Krisenursache für Kontinentaleuropa ins Spiel.

Joseph Stiglitz

Joseph Stiglitz

Stiglitz stellt für die USA u.a. in seinem Buch ‚The Price of Inequality‘ dar, dass steigende Einkommens- und Vermögensungleichheit das Wachstum hemmt und Instabilität – also Finanz- und Wirtschaftskrisen – begünstigt.

Grund genug, diesem Thema für die Eurozone noch etwas detaillierter nachzugehen.

Die Arbeitseinkommensquote in den Staaten der Eurozone seit 1980

Sehen wir uns dazu ein erstes Bild für jene Eurozone-Staaten an, für die zumindest ab 1980 Daten vorliegen:

Der Abwärtstrend ist deutlich zu erkennen. Doch welche Bedeutung hat diese Entwicklung? Und warum beginnen wir den Chart im Jahr 1980? Zunächst zur zweiten Frage.

Globalisierung

Jacques de Larosière, ehemaliger IMF Direktor und Gouverneur der Banque de France, sagt in seinen Reflexionen zur Geschichte der Globaliserung über deren aktuelle Phase:

„After the second world war, the Bretton Woods system tried to rebuild a certain order based on gradual liberalisation of international trade and the abandonment of competitive evaluations under the authority of the IMF. This system worked rather well in spite of the end of the fixed exchange rate in 1971.

Then the deregulation of the 80’s and the „thatcherian“ reaction against the excesses of state interventionism have led to a new phase of globalisation, the one we know today. The end of the planified soviet system of economies in 1989 accelerated the process and now China and India are intergrated in the world system.“

Wir befinden uns also in einer neuen und intensiven Phase der Globalisierung, die Anfang der 1980-er Jahre begann.

Arbeitseinkommens-Verluste

Um die Bedeutung dieser Entwicklung besser zu verstehen, wollen wir uns zunächst am Beispiel des Jahres 2013 ansehen, welche jährlichen Verluste an Arbeitseinkommen im Vergleich zu 1980 – unserem Referenzjahr – auftreten. Für das Jahr 2013 handelt es sich natürlich noch nicht um tatsächliche Verluste, sondern um prognostizierte.

Arbeitseinkommens-Verluste in der Eurozone, in Prozent des GDP
Staat Verlust 2013
Belgien -5,0
Deutschland -5,5
Irland -21,2
Griechenland -12,4
Spanien -15,4
Frankreich -7,8
Italien -12,4
Luxemburg -10,2
Niederlande -9,1
Österreich -8,9
Portugal -12,6
Finnland -7,1



Die folgende Grafik stellt den Sachverhalt anschaulich dar (Grafik anklicken für ein vergrößertes Bild):

Offene Fragen

An dieser Stelle ergeben sich einige weitere Fragen zu den Auswirkungen der Arbeitseinkommens-Verluste, mit denen wir das heutige Posting abschließen wollen:

  • Wenn die Arbeitseinkommens-Quote um 10% des GDP sinkt, und die Gewinnquote in demselben Ausmaß steigt, wie verändert sich die Nachfrage nach Investitions- und Konsumgütern?
  • Wenn das Brutto-Arbeitseinkommen um 10% des GDP sinkt, was bedeutet dies für das Haushalts-Nettoeinkommen?
  • Gibt es eine Arbeitseinkommensquote, die als zu niedrig angesehen werden kann, und woran würde man sie erkennen?
  • Wie kann die Gesamtnachfrage (aggregate demand) überhaupt aufrechterhalten werden, wenn die Arbeitseinkommensquote signifikant sinkt?
  • Ab wann würde in einem solchen System massive Arbeitslosigkeit – wie etwa derzeit in Spanien und Griechenland – auftreten?
  • In welchem Ausmaß hat seit 1980 die Erhöhung des Kreditvolumens die reduzierte Nachfrage der Haushalte kompensiert und damit die Entstehung beträchtlicher Arbeitslosigkeit in die Zukunft verschoben?

Wir hoffen, unsere gelegentlichen Leser/innen angeregt zu haben und behalten uns vor, die eine oder andere der gestellten Fragen in einem Folge-Posting zu vertiefen.

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Sparen als Verzicht auf Zukunft ?

Werte Leser/innen,
Gerold hat immer noch einige Research-Aktivitäten vorpriorisiert, die ihn an seinem nächsten Blog-Beitrag hindern. Er geht davon aus, diesen unhaltbaren Zustand bis Anfang März überwunden zu haben.

Glücklicherweise springt Alfred mit dem folgenden Gastbeitrag in die Lücke (oder heißt das Bresche?):

Ja, es ist wahr: Das neoliberale Regime hat sich mit aller Härte und Brutalität in Europa durchgesetzt. Es wird sich so schnell niemand finden lassen, der das Ungetüm wieder zu vertreiben vermag. Schon werden die Köpfe gerade geschlagen und die Meinungen gleich gemacht. Spürst Du nicht auch die alles bezwingende Kraft, mit der die Ideologie zu Werke geht?

Es ist, als ob sich die Menschen im Sparzwang selbst gefunden hätten. Über Generationen vererbt, von Geburt an eingeübt, ist dem Bürger das Sparen viel zu lieb, als dass er es kritisch hinterfragen könnte. Eher ließe er sich die Hände abschlagen als seine eigene Borniertheit zu überwinden. Heißt nicht Sparen sich gegen die Unwägbarkeiten der Zukunft zu schützen?

Risiko und Sparen gehen unter den Verhältnissen der fortgeschrittenen Moderne eine verhängnisvolle Ehe ein. Umso mehr sich der Prozess globalisiert, umso stärker sich die Risiken ausdifferenzieren, desto notwendiger scheint es dem Bürger den entfesselten Kräften des Marktes den Willen zur Genügsamkeit gegenüberzusetzen. Das Maßlose wird mit Mäßigung zu zähmen gesucht.

Der Sinn des Sparens wird pervertiert. Anstatt zu investieren wird gespart um die Investition zu unterbinden, anstatt sich in Verzicht zu üben, um zukünftige Gewinne zu ermöglichen, wird auf die Gewinne der Zukunft einfach verzichtet. Wie der Profit entwickelt sich das Sparen zum Selbstzweck, zu einem auf sich selbst bezogenen Mechanismus, der mit jedem Schritt in eine Richtung einen weiteren erfordert.

Hat es je ein krasseres Missverständnis des eigenen geschichtlichen Verhältnisses gegeben, haben sich jemals Menschen mehr über ihre eigene Welt getäuscht? Während der Moderne vor sich hin spart und auf alle Gewinne der Zukunft vernichtet, belächelt er den Gottesglauben des Mittelalters, der den Wucher und die Prosperität unterband. Will noch jemand behaupten, dass der Moderne ein Aufgeklärter ist?

Viel zerstörerischer auf das Ganze als der Klassenkampf wirkt das mangelnde Verständnis des geschichtlichen Verhältnisses, indem man lebt. Solange der Bürger glaubt, den Profit durch Sparen reinstallieren zu können, ist ihm die Zerstörung des Ganzen sicher. Wozu noch an die Produktivkräfte glauben, die die Moderne überwinden? Sind wir nicht Zeuge einer historischen Selbstdemontage?

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Die schuldengebremste Eurozone

Auf dem EU-Krisengipfel von Brüssel vom 9.-10. Dezember konnten die deutschle Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy ihre Vorstellungen weitgehend durchsetzen.

Die meisten EU-Staaten erklärten sich bereit, eine Schuldenbremse gesetzlich zu verankern. Der britische Premier David Cameron legte gegen einen EU-weiten Vertrag sein Veto ein, da er die von ihm verlangten Zugeständnisse an den Finanzplatz London nicht erreichen konnte. Die 17 Euro-Staaten wollen daher bis März 2012 einen eigenen Vertrag schließen, dem 9 weitere EU-Staaten beitreten wollen.

Mit der Schuldenbremse sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Der Staatshaushalt soll ausgeglichen werden und ein ’strukturelles‘ (um Konjunktureffekte bereinigtes) Defizit von nicht mehr als 0,5% des Bruttoinlandsprodukts aufweisen.
  • Selbst bei außergewöhnlichen Umständen oder schlechter Konjunktur soll das Budgetdefizit nicht mehr als 3% des Bruttoinlandsprodukts betragen.

Bei Überschreiten der 3-Prozent-Grenze wird ein Sanktionsverfahren eingeleitet, das nur mit qualifizierter Mehrheit der EU-Finanzminister gestoppt werden kann. Länder, gegen die ein Sanktionsverfahren läuft, müssen ein Programm zum Defizitabbau bei EU-Kommission und EU-Rat vorlegen.

Zu einigen für die Überwindung der Krise zentralen Themen erbrachte der Gipfel wie erwartet keinerlei Ergebnisse.

  1. Ungleiche Einkommensverteilung zwischen Kapital und Arbeit, sowie innerhalb des Faktors Arbeit

    Die ungleiche Verteilung spült immer mehr Geld in die Hände der Superreichen und Reichen, die es in der Folge häufig der finanzkapitalistischen Spekulation zuführen. Krisenfreies Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung werden unmöglich, wenn Produktivitätsgewinne nicht voll an Arbeitnehmer weitergegeben werden.

  2. Leistungsbilanz- und Finanzvermögens-Ungleichgewichte zwischen Zentrum- und Peripherie-Staaten der Eurozone

    Anhaltende Leistungsbilanz-Defizite haben in mehreren Peripherie-Staaten (u.a. Griechenland, Portugal, Spanien) zu hohem Finanzvermögen des Auslandes (‚Rest of the world‘-Sektor) geführt. Ein Entkommen dieser Staaten aus ihrer Schuldenfalle ist ohne Strategie für eine Korrektur der Ungleichgewichte unmöglich und führt zu beträchtlichen sozialen Verwerfungen. Dies könnte dazu führen, dass Überlegungen zum Austritt von Peripherie-Staaten aus der Eurozone wieder verstärkt stattfinden.

  3. Wachstum

    Die Eurozone verspürt offenbar den Ehrgeiz, ihre Schuldenproblematik wider gesichertes makroökonomisches Wissen in einem schrumpfenden (Peripherie-Staaten) bzw. stagnierenden (Kern-Staaten) wirtschaftlichen Umfeld zu lösen. Die Erfahrungen der Great Depression legen nahe, genau das Gegenteil zu tun: ‚Deleveraging‘ ist in einer nominal wachsenden Wirtschaft möglich, während es in einer schrumpfenden Wirtschaft mit sinkenden Preisen ’self-defeating‘ (Irving Fisher) sein kann.

    Irving Fisher

    Irving Fisher


    Fisher sagt dazu in seiner wichtigen ‚Debt Deflation Theory of Great Depressions‘ (1933):

    29. When over-indebtedness stands alone, that is, does not lead to a fall of prices, in other words, when its tendency to do so is counteracted by inflationary forces (whether by accident or design), the resulting „cycle“ will be far milder and far more regular. …

    32. And, vice versa, deflation caused by the debt reacts on the debt. Each dollar of debt still unpaid becomes a bigger dollar, and if the over-indebtedness with which we started was great enough, the liquidation of debts cannot keep up with the fall of prices which it causes. In that case, the liquidation defeats itself. While it diminishes the number of dollars owed, it may not do so as fast as it increases the value of each dollar owed. Then, the very effort of individuals to lessen their burden of debts increases it, because of the mass effect of the stampede to liquidate in swelling each dollar owed.
    Then we have the great paradox which, I submit, is the chief secret of most, if not all, great depressions: The more the debtors pay, the more they owe. The more the economic boat tips, the more it tends to tip. It is not tending to right itself, but is capsizing.

  4. Eindämmung von Spekulation und Feedback-Loops auf Finanzmärkten

    Es liegen keine verbindlichen Erkenntnisse dazu vor, ob die hohen Zinsen für Staatsanleihen von Eurozone-Staaten ‚rational‘ sind.
    Doch vieles spricht dafür, dass
    – informationelle Prozesse (mediale Herstellung eines gemeinsamen negativen ‚Glaubens‘ zur Eurozone – besonders gut erkennbar in US- und GB-Medien),
    – Macht-Asymmetrien (Eurozone-Staaten müssen zu jedem Preis refinanzieren, Spekulanten/Investoren wissen dies),
    – irrationale Gefühle und Verhalten (Panik, Gier, Nachahmung, Herdenverhalten)
    – sowie nonlineare selbstverstärkende Dynamiken (Zweifel an der Kreditwürdigkeit führen zu höheren Zinsen, welche die Zweifel an der Kreditwürdigkeit verstärken usw.)
    zur Preisbildung auf Staatsanleihen-Märkten beitragen, und nicht einfach nur das tatsächliche Verlustrisiko durch Eurozone-Staatsanleihen eingepreist ist.

    Bedenklich ist, dass die politischen Führer der Eurozone quasi-religiös daran glauben, dass es genüge, das Vertrauen der Märkte ‚wiederherzustellen‘. Diesem Marktvertrauen diente wohl auch die Versicherung Van Rompuy’s, dass Banken und Fonds in Zukunft nicht mehr zu Schuldenschnitten wie im Falle Griechenlands gezwungen werden können. Man wird sehen, ob die Eurozone-Politiker von Gott Markt erhört werden.

  5. Staatsausgaben für systemisch wichtige Banken
    Es ist unklar, wie staatliche Rekapitalisierungen und Auffanglösungen im Rahmen der neuen Schuldenbremse-Regelungen behandelt werden. Sind diese überhaupt noch zulässig, oder wird in solchen Fällen ein Sanktionsverfahren eingeleitet, wenn die 3-Prozent-Grenze überschritten wird ?

Einige der hier angeführten Themen werden wohl in den Eurozone-Staaten behandelt werden müssen. Man darf gespannnt sein, ob sie sich demnächst auch auf der Agenda von Madame Merkel und Herrn Sarkozy finden.

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Geldverteilung zur Tilgung privater Schulden – Steve Keen

Der australische Ökonom Steve Keen – einer der besten Kenner der globalen Schulden-Dynamik, machte am 24.11.2011 in einem BBC HardTalk Interview einen radikalen Vorschlag zur Lösung der globalen Finanzkrise.

Schulden sollen auf systemische und faire Art getilgt werden, um ‚lost decades‘ wie im Falle von Japan zu vermeiden. Dazu wird frisch gedrucktes Geld an Haushalte verteilt, das primär für die Tilgung von Schulden zu verwenden ist.

Das Transcript – falls Du parallel zum Video mitlesen möchtest –  findest Du hier. Zahlreiche Gedanken zu Keen’s Vorschlag finden sich unter anderem bei nakedcapitalism.

Wie Du vielleicht weißt, setze ich mich für die Diskussion von Spielarten der Option ‚Helicopter Drop of Money‘ ein. Ich bin der Auffassung, dass diese Option einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Krise leisten könnte, wobei deren Vor- und Nachteile wohl noch nicht ausreichend herausgearbeitet wurden.

Interessant ist jedenfalls, dass ‚Helicopter Drop of Money‘ gegen das erste moralische Empfinden vieler Menschen verstösst, ohne dass dies bisher zu überzeugenden ökonomischen Argumenten gegen die Option geführt hätte. Meist wird nur auf den ‚Moral Hazard‘ hingewiesen und dies reicht auch schon, um die Diskussion zu beenden.

Kommentare sind willkommen.

UPDATE 2011-12-06: Anmerkungen zur Diskussion von ‚Helicopter Money Drop‘ Optionen eingefügt.

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