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Schafft Arbeit für die Arbeitslosen – Teil 1: Zur Lage

Gemäß der am 2. Mai von Eurostat publizierten Arbeitslosendaten für März 2012 liegt die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Euroland (EA17) nunmehr bei 10,9% und ist damit um 1% höher als vor einem Jahr.

Besonders dramatisch war die Entwicklung im letzten Jahr in

  • Spanien: nun 24,1% und damit eine Steigerung der Quote um 3,3%
  • Griechenland: 21,7% (dies ist noch die Jänner-Zahl) – um volle 7% höher als im Jänner 2011
  • sowie in Portugal: 15,3% – eine Steigerung von 2,9%

Das folgende Bild (Quelle: Eurostat) stellt dies anschaulich dar:

Total Unemployment in Euroarea (January 1995 - March 2012)

Noch schlimmer die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit im letzten Jahr in

  • Griechenland: 51,2% (Jänner 2012) – eine Steigerung der Quote gegenüber Jänner 2011 um 13,9%!
  • Spanien: 51,1% (März 2012) – und damit um 6,2% höher als im März 2011
  • Portugal: 36,1% (März 2012) – Quote um 8,5% höher
  • und Italien: 35,9% (März 2012) – und damit 7,6% mehr Jugendliche ohne Job

In Griechenland und Spanien ist damit jeder zweite arbeitsfähige und willige Jugendliche (Alter >15 und <25) Jahren arbeitslos. In Portugal und Italien mehr als jeder Dritte! Hier werden Hoffnungen zerstört, berufliche Entwicklungen und Familiengründungen verunmöglicht, und es wird von unserer Überfluss-Gesellschaft materielle Not erzeugt!

Eine grafische Darstellung dieser beunruhigenden Entwicklung:

Youth Unemployment in Euroarea (January 1995 - March 2012)

Es lohnt sich, die beiden Bilder einige Zeit auf sich wirken zu lassen. Dabei entsteht zumindest für den Autor dieses Artikels ein tiefer Unwille, die dargestellten Fakten einfach hinzunehmen.

Die jugendlichen und erwachsenen Arbeitslosen im Euroland – und darüber hinaus das Prekariat – verdienen unsere Solidarität mit ihrer Notlage, die überdies den von der UN-Vollversammlung im Jahr 1948 verkündeten Menschenrechten widerspricht.

Ein Auszug aus Artikel 23:

  • „Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.“
  • „Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.“

Wir werden daher in einigen Folge-Beiträgen Überlegungen und Reform-Vorschläge zur Diskussion stellen.

Es ist an der Zeit, nicht nur die monetären Aspekte der Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern vor allem auch deren Opfer in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen.

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Eingeordnet unter Arbeitsmarkt, Jugendarbeitslosigkeit, Krise der Arbeit